Erste Hilfe bei Ransomware (Verschlüsselung)
Wenn deine Dateien plötzlich seltsame Endungen haben (z. B. .crypt, .locked, .locky) oder eine Nachricht auf dem Bildschirm erscheint, die Lösegeld fordert, bist du Opfer von Ransomware geworden.
⚠️ Die 3 goldenen Regeln – Sofort handeln!
- Internetverbindung trennen: Ziehe sofort das LAN-Kabel oder schalte das WLAN aus. Das verhindert, dass der Trojaner weitere Daten in der Cloud (Dropbox, OneDrive) oder im Netzwerk verschlüsselt.
- Gerät anlassen: Schalte den PC nicht hektisch aus (kein "Hard Reset"). Manche Entschlüsselungs-Keys befinden sich noch im Arbeitsspeicher.
- Nicht bezahlen: Es gibt keine Garantie, dass du den Schlüssel bekommst. Zudem finanzierst du damit die nächste Welle von Verbrechen.
Dein Rettungs-Plan:
Schritt 1: Beweise sichern
Mache ein Foto von der Erpressernachricht auf dem Bildschirm. Notiere dir die geforderte Summe und die genannte Bitcoin-Adresse. Diese Informationen sind für die Polizei und IT-Experten wichtig.
Schritt 2: Identifizierung der Ransomware
Gehe (von einem anderen, sauberen Gerät!) auf die Seite NoMoreRansom.org.
- Dieses Projekt von Europol und IT-Sicherheitsfirmen hilft Opfern kostenlos.
- Dort kannst du eine verschlüsselte Datei hochladen, um herauszufinden, welcher Trojaner es ist.
- Für viele Varianten gibt es dort bereits kostenlose Entschlüsselungs-Tools.
Schritt 3: Backup-Check
Prüfe, ob du ein externes Backup (Festplatte, Cloud) hast.
- Wichtig: Schließe deine Backup-Platte erst an, wenn du sicher bist, dass das System komplett bereinigt oder neu aufgesetzt wurde, sonst wird auch dein Backup verschlüsselt!
Schritt 4: Anzeige erstatten
In Österreich ist das Cybercrime-Competence-Center (C4) im Bundeskriminalamt für solche Fälle zuständig. Eine Anzeige ist wichtig, um den Druck auf die Täter zu erhöhen.
Vorbeugung für die Zukunft:
- 3-2-1 Regel: 3 Kopien deiner Daten, auf 2 verschiedenen Medien, 1 davon offline (nicht dauerhaft am PC).
- Updates: Halte dein Betriebssystem und Antiviren-Programm immer aktuell.